Bin Single schon das vierte Jahr,
erfreu mich keiner Kinderschar,
hab keinen Handwerksmann im Haus,
muss selbst zum Müllcontainer raus.
Kein Patriarch, der mir befiehlt,
kein Strolch, der mit dem Feuer spielt,
kein Sündenbock für meinen Mist,
der sich im Zweifelsfall verpisst.
Kein Mensch, der meine Kreise stört,
sich über meine Spleens empört,
ich sitz entspannt auf meinem Klo
und lese Bücher mit Niveau.
Kann etwas kochen oder nicht,
verfass ein schweinisches Gedicht
und diskutiere nachts mit Chris,
berauscht von Kunst und Cannabis.
Nach einer langen Samstagnacht,
wenn Ali nur am Kiosk wacht,
schleich ich mich müde, bleich und fett
nach Hause in mein weiches Bett.
Ins Bett geh ich nicht gern allein,
doch werd ich niemals einsam sein
dank Katerchen und Brüderchen,
die schnurrend mit mir schlafen gehn.
Wenn mich die Sehnsucht übermannt,
zieh ich mir einen Mann an Land
für eine Nacht und selten mehr,
sonst würde bloß das Herz mir schwer.
Ich gehe meinen Weg allein,
ich kann und muss ich selber sein.
Das war, verdammt noch mal, nicht leicht,
trotzdem hab ich mein Ziel erreicht.
Ein richtiges Piratenkind
durchfährt die Meere hart am Wind,
freut sich des Lebens und ist frei
und bleibt dabei sich selber treu.