die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Verbrannte Erde => Thema gestartet von: gummibaum am Juli 04, 2023, 02:10:02
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Ich kam nach manchem Jahr zurück,
und meine Frau war schwanger.
Mir wurde heiß, mein letztes Glück
stand unverhofft am Pranger.
„Dann geh zur Engelmacherin!“
„Nein, bitte, lass mich geben,
was ich nur kann, was ich nur bin.
Nur eins: das Kind soll leben.“
„Dann sag mir, wer sein Vater ist!“
„Du würdest ihn erstechen.“
Ich gab mich freundlich, halb aus List,
und sie fing an zu sprechen.
Es war der Mann, den ich gehasst!
Sie sah mich wortlos beben,
schrie auf, von kalter Hand gefasst,
und war nicht mehr am Leben …
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Hi Gum!
Brrr - das Ende lässt erschauern! Sonst ist man von deinen Werken eher Schalkhaftes gewohnt, oder dass sich alles fügt, zumindest so weit, dass es erträglich bleibt - aber hier? Trotz des etwas trockenen, fast lapidar erzählenden Duktus endet es in einer absolut amoralischen Bluttat, die gleich drei Leben vernichtet, doch nur eines zurecht.
Dieses patriarchalisch machohafte Besitzdenken immer noch viel zu vieler Männer hinterlässt immer wieder erschrocken und angewidert, zutiefst verstört und letztlich auch besiegt. Die Dummheit der Welt wird niemals enden!
LG, eKy
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Danke, lieber Erich,
fürs Brrr und den guten Kommentar. Ich lese gerade ein Buch, das mir hilft, versuchsweise mal eine andere Moral zu vertreten.
LG g