die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Im Gras wispert Hoffnung => Thema gestartet von: Sufnus am Dezember 02, 2020, 14:54:03
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In den Schlaf geflüstert
Vertane Tagmisere,
die Mondfrau läd uns ein,
von dieser Erdenschwere
auf Zeit befreit zu sein.
Per Traumschub: Sternenfähre
als Nachtasylgeleit,
dass Leere sich nicht mehre.
Geteilte Zweisamkeit.
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Hi Suf!
Schönes Ding - man könnte es ein minimalisiertes Liebesgedicht nennen. Aber gerade in dieser Beinahe-Nüchternheit überaus authentisch und tief mitempfunden. So einer Liebeserklärung darf man vertrauen.
S1Z2 - "lädt".
Sehr gern gelesen! :)
LG, eKy
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ja, so empfinde ich es auch, lieber Sufnus, allerdings als Traumgespinst eines Menschen, der allein ist und sich diese Zweisamkeit erträumt bei Nacht.(vertane Tagmisere). LG von Agneta
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Sehr schön, lieber Sufnus,
die Aufteilung des Vorgangs auf die zwei Strophen. In der ersten die Einladung der Mondfrau, in der zweiten der Flug per Traum zu ihr und die gemeinsame Überwindung der Leere.
Schön auch die Wortspiele (Tagmisere, Sternenfähre, Nachtasylgeleit) mit intertextuellen Bezügen und der vierfache Reim auf ere.
Mit Freude gelesen.
Grüße von gummibaum
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Lieber eKy, :)
Dass Du die Zeilen als authentische Liebeslyrik empfindest, der man trauen darf, ist ein richtiger Ritterschlag! Vielen lieben Dank für dieses höchste Lob! :)
Liebe Agneta,
da präsentierst Du wieder eine ganz andere Deutung - pessimistischer als ich es mir gedacht habe, aber völlig stimmig! Dann wollen wir zusammen hoffen, dass die Träume des LI vielleicht einmal in Erfüllung gehen!
Lieber gum,
Du spürst hier wunderbar die Struktur der Zeilen auf und das Vorhandensein von Metaebene... merci dafür! :)
LG Euch allen!
S.