die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Verbrannte Erde => Thema gestartet von: Agneta am August 10, 2019, 11:36:58
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Jammergedicht
Seitdem mein Hund gestorben ist,
ist wirklich nix mehr mit mir los.
Ich fühl mich leer, ich fühl mich bloß,
mein Körper reagiert mit List.
Er schickt mir Schmerzen, will nicht heilen,
er legt mich flach, setzt mich schachmatt.
Ich würde gern im Freibad weilen,
doch dazu bin ich viel zu platt.
War immer stark, kenn mich nicht wieder,
und meine Werke sind ein Graus.
So lege ich den Stift nun nieder
und knips das Licht im Flur noch aus.
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Hallo Agneta,
gut in Worte gesetzt hast Du hier,
wie wir reagieren - körperlich - wenn ein Abschied, die Trennung von einem geliebten Wesen,
uns völlig aus der Bahn wirft.
Wir verstehen es mit dem rationalen Verstand nicht,
was da vor sich geht;
allein die Seele spricht und will gehört werden.
Als ich vor einem einigen Monaten eine Arbeitsstelle verloren habe,
auf die ich fest gebaut hatte,
warf es mich vollständig aus der Bahn.
Ich hatte plötzlich enorme Schwächezustände in den Beinen,
so als wollten sie mich nicht mehr tragen.
Dem LI aus diesem Gedicht wünsche ich weiterhin ein gutes Abschiednehmen von der geliebten Seele.
Eleonore
ps. Wenn Du die Agneta bist, die ich meine, dann kennen wir uns :)
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Hi Agneta!
Also das obige Gedicht ist bestimmt schon mal kein "Graus"! Im Gegenteil. Einzig der unregelmäßige Wechsel des Reimschemas fällt auf: ABBA - ABAB - ABAB
Ich hoffe ja doch, auf deine guten Gedichte fürderhin nicht verzichten zu müssen - du deutest das ja im Text an, wie mir scheint. Oder meintest du, du hättest nur für diesen Tag genug?
Ein Tipp - man sollte nichts erzwingen wollen. Wenn mal nix läuft, sei's drum. Das kommt wieder, wie in Wellen, hat sicher sogar was mit dem persönlichen Biorhythmus zu tun.
Ich hab 2mal schon über ein halbes Jahr so gut wie nix zustande gebracht (das waren nur die längsten meiner Pausen ...), aber das habe ich achselzuckend abgetan - es war eben so. Ich kommentierte einfach weiter, und irgendwann reizte es mich dann wieder, selbst zu dichten, und voilá - es gelang wieder!
Körperlich wünsche ich dir - du weißt ja schon - jedenfalls allerbeste Besserung, soweit noch nicht eingetreten! Und das mit der Inspiration wird auch wieder, wetten? ;)
LG, eKy :)
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ja, so ist es wohl, Liebe Eleonore. Manchmal spiegelt der Körper unsere seelische Verfassung wieder. Willkommen in diesem kleinen, beschaulichen und friedlichen Forum. Es wird dir sicherlich gefallen hier. Danke und lG von Agneta
Lieber Erich,
dir lieben Dank für deinen Zuspruch und Trost, den du mir diesbezüglich schon so oft hast zukommen lassen. ich denke manchmal, ich nerve die Leute damit, auch mit meinen anhaltend traurigen Werken. Deshalb dachte ich, es wäre besser, nicht mehr zu schreiben. Ich habe noch so viele unveröffentlichte Werke im Fundus, aber ich habe im Moment keine Lust, mich mit anderen Themen gedanklich persönlich für mich zu befassen.
Einstellen könnte ich jede Menge, aber darum geht es ja nicht. Mir nicht... Du verstehst mich sicherlich
LG von Agneta
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Hi Agneta!
Nein - ich alte Akklamationshure kann das nicht verstehen! Ich bürste mein Ego tagtäglich am mir zugediehenen Lob der Öffentlichkeit hoch, weil es sich ohne so klein und sinnlos fühlt ... ::) :-\
Scherz beiseite - natürlich verstehe ich dich ... theoretisch zumindest! ;)
Einerseits ist das Schreiben über depressive Zustände wie eine Art Seelenhygiene, es erleichtert, es sich buchstäblich von der Seele zu schreiben, andererseits aber kann es bei zuviel des Guten den Autor auch erst recht herabziehen und in seiner Lebensunlust sogar verstärken.
Fall nicht darauf herein, auf diese Schiene zu geraten! Es ist dann so, als würdest du dich dafür, dass es dir schlecht geht, auch noch selbst bestrafen, weil du durch das ständige Kreisen um die negative Thematik deinen Geist selbst gefangen setzt! :o
Ist mir selbst schon passiert, deshalb versuche ich bewusst, mit positiven Inhalten gegenzusteuern, wenn die "traurigen" Gedichte überhand zu nehmen drohen. Es funktioniert.
LG, eKy
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Hier bin ich eher bei Agneta, wenn ich mich einmischen darf,
"authenthisch" sei für die Jüngeren, "rechtschaffen" für die Älteren eingeworfen und ja,
sich irgendwas aus den Fingern zu saugen, was der Gemütsverfassung zuwiderläuft, funktioniert bei mir ebenfalls wenig.
D u weises Fräulein brauchst du dir doch beileibe nicht Gedanken zu machen, andere möglicherweise zu enervieren!
Ach ja. Ich habe sozusagen Bäder - "ihr versteht mich sicherlich" - 7/8 davon eher negativ.....
Und jetzt mach ich wieder ein Zehnminutenschläflein.
Was die lyrischen Zeilen anbelangt:
schön, wie offen, wie schamlos die Pein ins Sichtfeld genommen wird.
Lady Anneliese hat bei Alpträumen und Plagen auch niemals um den heißen Brei herumgeredet.
Den Gram mit Zwang zu vertreiben oder ähnliche Gedanken darüber zu wälzen, davon habe ich mich schon vor Ewigkeit verabschiedet.
Bliebe nur noch die Hoffnung - ich glaube, ich sagte es schon vor paar Tagen - auf den Funken Tapferkeit für den silbernen Moment....
Viele Grüße
M
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danke für eure Worte und die Anerkennung, die mir gut tut. LG von Agneta
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Liebe Agneta,
so ein Verlust kann schwer drücken. Aber das Gedicht ist kein "Graus", sondern gut. Ich wünsche dir, dass du recht bald wieder fröhlicher und leichter durchs Leben gehst.
Alles Liebe
gummibaum
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Lieben Dank, lieber Gum. Ja, meine Familie arbeitet daran-lächel. Wir fahren bald in Urlaub ans Meer.
LG von Agneta