die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Mit Löwenzahn und Lebensfreude => Thema gestartet von: Erich Kykal am Juli 19, 2016, 21:01:06
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Wer sagte nicht: "Das hätt ich wissen müssen!"
schon viele Male in der Jahre Schreiten?
Und ach, in eines ganzen Lebens Breiten
wie oft erschrickt auf's Neu man vor den Küssen
verschmitzten Schicksals, wenn sie uns ereilen!
Wie undurchschaubar finden wir zuzeiten
die Fährnisse, die groß die Augen weiten
und uns die Stirnenfüße übersteilen.
Es lässt sich aller Wege nicht bestreiten:
Des Lebens Weisheit will nicht mit uns teilen
und lässt uns in Geschickes Regengüssen
meist unbeschirmt den wilden Tiger reiten.
Darum - solange wir auf Erden weilen,
hört ständig man: "Das hätt ich wissen müssen!"
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Hi Erich,
ja so ist es, wieder wunderbar sonettig gereimt.
LG Fridolin
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Hi Fridolin!
Ein unkonventionelles Sonett, zumindest was die Reimfolge betrifft:
ABBA - CBBC - BCA - BCA
Durch Verwendung der gleichen Reime in den Terzetten trachtete ich die unterschiedlichen umarmenden Reime in den Quartetten auszugleichen.
Vielen Dank für deinen Kommi.
LG, eKy
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Hi Erich,
das ist mir schon auch aufgefallen, fand ich aber herovrragend gelungen.
LG Fridolin
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Ich schließe mich an -
ein hervorragendes Sonett, in dessen Verse einzutauchen ein nicht nur kurzweiliges Vergnügen ist.
Allein der Titel verdient bereits eine Medaille.
Nach Breiten hätte ich unbedingt einen Gedankenstrich gesetzt.
Mein Hinterstirnenfüßiger Lehrer (nur für mich sichtbar) nickt bestätigend.
Wieder Watzmann!
Lieben Gruß
von
Cypi
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Hi Fridolin!
Danke!
Hi Cypi!
Wieder Watzmann - heißt das, du bist wieder mobil?
Für mich ist S1Z3,Z4 und S2Z1 ein einziger durchgehender Satz. Bindestrich wäre möglich, aber ohne Obstruktion im Sprachfluss gefällt es mir besser.
Vielen Dank für eure freundlichen Gedanken! :)
LG, eKy
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moin moin Erich,
vorab die Antwort vom DUDEN:
"Leider haben wir zu Ihrer Suche nach ' Hinterherigkeit' keine Treffer gefunden.
Oder meinten Sie: Hinterhältigkeit?"
ansonsten gebe ich dir recht mit der Behauptung, nur bitte nicht so oft ;)
Gerne gelesen, da gut ge-und beschrieben ;D
LG
CB
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Hi Curd!
Es ist quasi die Verhauptwörtlichung der Phrase: "Hinterher ist man (immer) klüger."
Frag jetzt bitte nicht, ob es einen Begriff wie "Verhauptwörtlichung" gibt! ;) ;D ;D
LG, eKy
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Jetzt, da Du ihn geschrieben hast, ja. ;)
Watzmann: Bedeutet einsame Spitze.
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Hi Cypi!
Ach so, du meintest mich! Danke.
Ich nahm an, diese Phrase würde sich auf dich beziehen, zumal ich ihre Bedeutung nicht kannte.
LG, eKy
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moin moin Erich,
;D du begeisterst mich immer wieder aufs Neue O0
LG
CB
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Hi Curd!
Danke! Ehrlich gesagt habe ich nie verstanden, welche Bedeutung der Afro-Smiley eigentlich hat: O0
LG, eKy
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moin moin Erich,
ich auch nicht, aber er erinnert mich an den Werbespruch : " „Sexy-mini-super-flower-pop-op-cola, alles ist in Afri-Cola“ O0
LG
CB
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Hi Curd!
Antike Werbung ... Ich erinnere mich bei Afri-Cola nicht an so einen Wuschelkopf, bloß an die feuchten Schönheiten hinter Eisplatten ... >:D
LG, eKy
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moin moin Erich,
ich auch nicht, aber er erinnert mich an den Werbespruch : " „Sexy-mini-super-flower-pop-op-cola, alles ist in Afri-Cola“ O0
LG
CB
Von Charles Wilp.
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Ich erinnere mich bei Afri-Cola nicht an so einen Wuschelkopf
moin moin Erich,
was liegt näher bei Afri-Cola, als ein Afro-Look O0
Grinsenden Gruß
CB
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Charles Wilp hatte einen wuscheligen Lockenkopf.
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... Ich habe bis heute, fünf Jahre später, keine Ahnung, wer Charles Wilp ist oder war, und es interessiert mich auch immer noch nicht. Off topic ... ;)
Ich postuliere: Hinterher ist man immer klüger, substantiviert oder nicht, auch ohne Wissen zur Person von Herrn Wilp. ;D
LG, eKy
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mag sein, dass man das gelegentlich sagt, Erich. Letztlich aber folgen auf Entscheidungen immer Konsequenzen und man kann nicht alles absehen, was geschieht. Man muss sich dann nur hinterher mit den Konsequenzen arrangieren. LG von Agneta
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Hi Agneta!
Richtig, aber oft genug ist es doch so, dass man hinterher denkt, dass man besagten Ablauf und dessen Konsequenz mit etwas Übersicht oder Hirnschmalz eigentlich mit Anlauf hätte kommen sehen müssen! Dass man die unangenehme Konsequenz mit etwas rechtzeitigem Bemühen leicht hätte verhindern können.
Dieses Gefühl des Hand-an-die-Stirn-klatschen-Wollens und seine Ursachen wollte ich lyrisch umreißen und einfangen.
LG, eKy
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Tjaaaa - das hätte man wissen müssen!
Wie aber soll man wissen, bevor man weiß?
Da bräuchte man schon Erfahrung VOR der Erfahrung. Die hat man aber nicht.
Und man kann auf alles Mögliche achtgeben - und trotzdem in die Hundekacke treten!
Kleinigkeiten erzeugen oft großen Effekt.
Sowie das klitzekleine Virus, das uns schon geraume Zeit nervt...
Bestimmt werden wir in der 3. Pandemie , die wir erleben, klüger sei als in der ersten.
Das Problem daran: Pandemien finden nur ca. alle 100 Jahre statt - da haperts dann mit unserer Lebenszeit, um das erworbene Wissen auch anzuwenden....
Abgesehen davon: Wolln wir das überhaupt 3x erleben????
Wir müssen wohl oder übel einsehen: Es gibt keine perfekten Lösungen, es gibt keine so starren Regeln mit "ewiger" Gültigkeit.
Wenn wir überleben wollen, werden wir uns wohl oder übel anpassen müssen, so oder so.
Da man nicht sicher weiß, was kommt, kann man auch nix vorher wissen. Man kann es nur vage abschätzen - Daumen mal Pi.
Es bleibt also nichts anderes übrig; als flexibel und offen und lernfähig zu bleiben.
Aber auch entschlossen zu handeln, wissend; dass der Fehler beim Handeln nie ganz auszuschließen ist. Das nennt man Learning by doing.
Um dann vllt mal nicht nur "hinterherig" sondern auch "geistesgegenwärtig" zu sein, im Kontakt mit dem , was grad so abläuft.
Hin und wieder klappts ja sogar 😅
Lg, larin
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Hi liebe larin!
Das ist ein älteres Werk, war gar nicht auf die Corona-Krise gemünzt.
Dass man auch trotz bereits gehabter Erfahrungswerte durchaus (erneut) überrascht werden kann, zB wenn man abgelenkt war oder einfach ein wenig im Tran, ist bekannt und das meinte ich. Die rein philosophische Argumentation über Erfahrung vor der Erfahrung kommt da zu trocken und zu wenig alltagstauglich rüber.
Oft genug hat man ja auch schon Erfahrung mit ähnlich gelagerten Mechanismen gehabt und hätte den zu erwartenden Ablauf durchaus extrapolieren können - und tat es irgendwie dann doch nicht, und ärgert sich ihnterher: Das hätt ich kommen sehen können!
Vielen Dank für deine Einlassungen! :)
LG, eKy
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Die Tücken des Lebens hintergehen das Wissen sehr geschickt. Meint "Stirnenfüße übersteilen" die Stirn in Falten legen?
Schmunzelnd gelesen, lieber Erich.
LG g
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Hi Gum!
Der sog. Stirnenfuß ist die mittige, senkrechte (Doppel-)Falte genau über der Nasenwurzel, während alle anderen Stirnfalten ja waagrecht verlaufen. Übersteilt meint, extrem erhöht/vertieft, also mit besonders heftig gerunzelter Stirn.
LG, eKy
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Danke für deine Erklärungen, lieber Erich.
Gruß von gummibaum
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Apropos selten genutztes Sprachgut:
Der Terminus 'Stirnenfuß' wird beispielsweise von HRK (Heinz Rudolf Kunze) in seinem Lied gleichen Titels benutzt, und das nachgerade genial! Eins seiner besten, wie ich finde, aus seiner Frühzeit als Liedermacher in den frühen Achtzigern, als die Möglichkeit eines weltweiten Atomkriegs noch sehr dick in der Luft hing. Die Folgen menschlicher Dummheit waren aber damals schon dieseleben ... - Mal reinhören auf YouTube!
LG, eKy
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Hey eKy!
Also den Stirnenfuß kannte ich tatsächlich bis dato auch noch nicht - ein wirklich schönes Wort per kunstvollem Sonett dargeboten... das ist wunderbar! :)
LG!
S.
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Hi Suf!
Immer gern zur Stelle, wenn es gilt, das deutsche Vokabular mit zu Unrecht aus der Zeit gefallenen Begriffen erneut zu bereichern! ;D
LG, eKy